10 Jahre Der-RC-Bruder

10 Jahre Der-RC-Bruder

Aufträge von Freunden, Produktentwicklung am Sonntagabend während des Tatorts, Fertigung im Keller: So begann die Erfolgsgeschichte von Der-RC-Bruder. 2007 starteten Kerstin und Marco Kruse ihr Unternehmen, um die klassischen Bruder-Modelle zu RC-Modellen aufzurüsten. Aus dem kleinen „Nebenbei-Business” wurde rasch mehr und die Kellerschmiede im Einfamilienhaus platzte aus allen Nähten. Zum zehnten Geburtstag machten sich die Kruses selbst ein Geschenk und ­Der-RC-Bruder bezog neue Räumlichkeiten.

Zum eigenen Unternehmen kam das Ehepaar Kruse zufällig. Ungeplant und auch eher überraschend. „Schuld sind unsere Kinder“, blickt Marco Kruse mit einem verschmitzten Lächeln zurück. Wobei dem Kruse-Nachwuchs auch kaum etwas anderes übrig blieb, als schuld zu sein. Denn da Mutter und Vater schon lange begeisterte Modellbauer waren, mussten die Sprösslinge ja in das Hobby integriert werden. „Als Erstes wurde der Bruder-Sprinter aus der Sandkiste als Baustellenfahrzeug fahrfertig gemacht“, blickt Papa Kruse zurück. „Zuerst nur mit Heckantrieb. Das stellte sich auf dem Baustellengelände in Kombination mit einem Anhänger aber als zu schwach heraus. Also wurde ein neuer Sprinter besorgt und alles auf Allrad umgebaut.“

Etablierter Anbieter

Was als Familienprojekt begann, zog dann schnell und unerwartet weitere Kreise. Es folgten Nachbauten für Bekannte und befreundete Clubs. Die erste Website ­entstand und wie von selbst vermehrten sich die Klickzahlen und Anfragen. „Das tolle Feedback hat uns ermutigt, zusammen mit zwei Clubkollegen unsere ­Kellerschmiede aufzubauen“, beschreibt Kerstin ­Kruse den Schritt vom Freundschaftsdienstleister hin zum eigenen Unternehmen. Zehn Jahre später sind die beiden Mitstreiter nicht mehr mit an Bord, Der-RC-Bruder ist jedoch längst zu einem etablierten Anbieter in der Funktions­modellbau-Szene geworden.

Zwar verfolgen die Kruses das Ganze immer noch im Nebenerwerb, gehen einer angestellten Beschäftigung nach. Über den Status der „Kellerschmiede“ ist man jedoch längst hinaus. Was mit dem Umzug in ein neues Haus samt angrenzender Werkstatt-Halle auch nach außen deutlicher sichtbar wird. „Jetzt haben wir Haus, Werkstatt und auch das Lager mit kleinem Ausstellungsraum räumlich getrennt und müssen unsere Kunden nicht mehr im Hausflur oder der Küche beraten“, freut sich Kerstin Kruse. „Und ebenerdige 160 Quadratmeter sind um einiges praktischer als eine 30-Quadratmeter-Kellerwerkstatt, bei dem das Lager zwischen Keller und Dachboden gequetscht werden muss.“

Platzbedarf

Neben den praktischen Aspekten kam Der-RC-Bruder auch aus ganz substantiellen Gründen kaum noch am räumlichen Wachstum vorbei. Denn wo Bausätze gefertigt und Zubehör für Parcours und Dioramen veredelt werden sollen, kommt man an den erforderlichen Maschinen nicht vorbei. Und braucht Platz, damit Abläufe und Fertigungsschritte nicht nur komfortabel, sondern vor allem auch effizient sein können. Schließlich beginnt die Fertigung immer erst nach Feierabend. „Da der Modellbau sehr vielseitig ist, ist unsere Werkstatt auch eine Mischung aus metall- und kunststoffverarbeitendem Betrieb geworden“, berichtet Marco Kruse. „Und nach Möglichkeit sollen die Artikel nicht zu aufwändig, nicht zu kompliziert sein, damit die Kunden auch nach dem Kauf in der Lage sind, die Funktionsweise zu verstehen und selbst zu reparieren.“

Der Blick auf Kunden und Zielgruppe ist beim RC-Bruder immer ein wichtiger Bestandteil der Produktphilosophie. Sei es durch die liebevoll gestalteten und mit der individuellen RC-Bruder-Note versehenen Zubehörkomponenten für Modelle und Parcours, sei es durch die Ausgestaltung der Bausätze. „Am Anfang hatten wir den Ehrgeiz, die Bruder-Modelle zu zerlegen, um noch mehr Vorbildtreue und Spielwert zu schaffen“, erklärt Marco Kruse. „Das ist aber sehr zeitaufwändig und häufig nicht ohne Probleme machbar. Daher soll nach Möglichkeit alles ohne Zerlegen der umzubauenden Basis-Modelle funktionieren. Die Bruder-Modelle sollen ganz bewusst ihren Spielzeug-Look behalten und trotzdem in Bewegung versetzt werden.“ Ganz wie der Baustellen-Sprinter von einst, mit dem einmal alles begann.